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Viggo Boesen

Der Funkis-Architekt mit dem weichsten Sessel Dänemarks

Viggo Boesen war Architekt. Häuser, eine Schule, eine Kirche, ein Bootshaus. Dass ausgerechnet ein Sessel von 1938 seinen Namen bis heute trägt, hätte er vermutlich selbst nicht erwartet. Das dänische Standardnachschlagewerk Weilbach erwähnt den Little Petra mit keinem Wort.

Kurzprofil

Geboren
29. Dezember 1907 (Kopenhagen)
Gestorben
26. Oktober 1985
Schwerpunkt
Architektur, Möbel, Korb und Bambus
Bekannt für
Little Petra VB1, Fox Chair, Grøndalslundkirken
Hersteller
Ursprünglich A.J. Iversen, heute &Tradition
Stil
Funkis, dänischer Funktionalismus mit weicher Linie
Wiederentdeckt
2018

Viggo Boesen

Der Funkis-Architekt mit dem weichsten Sessel Dänemarks

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Viggo Boesen war Architekt. Häuser, eine Schule, eine Kirche, ein Bootshaus. Dass ausgerechnet ein Sessel von 1938 seinen Namen bis heute trägt, hätte er vermutlich selbst nicht erwartet. Das dänische Standardnachschlagewerk Weilbach erwähnt den Little Petra mit keinem Wort.

Kurzprofil

Geboren
29. Dezember 1907 (Kopenhagen)
Gestorben
26. Oktober 1985
Schwerpunkt
Architektur, Möbel, Korb und Bambus
Bekannt für
Little Petra VB1, Fox Chair, Grøndalslundkirken
Hersteller
Ursprünglich A.J. Iversen, heute &Tradition
Stil
Funkis, dänischer Funktionalismus mit weicher Linie
Wiederentdeckt
2018
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Viggo Boesen

Vita & Designphilosophie

Funkis, aber warm

Boesen studierte an der Bauschule der Kunstakademie in Kopenhagen und reiste 1930 nach Stockholm, im Jahr jener Ausstellung, die den Funktionalismus in Skandinavien populär machte. Funkis nennt man diese Haltung im Norden. 1935 gewann er einen Musterhaus-Wettbewerb der Zeitung Politiken, sein Haus an der Ordruphøjvej in Charlottenlund machte den neuen Villentyp mit versetzten Ebenen bekannt. Interessant ist der Widerspruch: Im Kopf war Boesen Funktionalist, seine Möbel wurden rund und weich.

1938, gebaut bei A.J. Iversen

Der Little Petra entstand 1938 in der Kopenhagener Tischlerei A.J. Iversen und wurde auf der Möbelausstellung des dortigen Tischlerlaugs gezeigt. Rund dreißig Exemplare wurden von Hand gefertigt, jedes ein wenig anders, alle für Privatkunden. Danach verschwand der Sessel fast achtzig Jahre lang aus dem Blick.

Zurück im Handel, und im Auktionshaus

2018 legte &Tradition den Sessel neu auf, nach dem Original von 1938. Vier Jahre später kam ein Paar der Originale bei Bruun Rasmussen in Kopenhagen unter den Hammer und erzielte 825.000 Kronen, deutlich über der Schätzung. Die beiden Stücke waren seit 1938 in derselben Familie geblieben. Ein ziemlich klarer Beleg dafür, was ein gut gebautes Möbel über die Jahrzehnte wird.

Der Name geht der Überlieferung nach auf eine Petra zurück, die Mutter von Boesens späterer Frau Aase Rode. Nur: Geheiratet hat er 1941, drei Jahre nach dem Entwurf. Die verbreitete Formulierung nach seiner Schwiegermutter benannt ist also zeitlich unsauber. Dass es die Namensgeberin gab, ist belegt, den Rest hat die Erzählung dazugetan.

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Viggo Boesen in Jahren

1907
Geboren am 29. Dezember in Kopenhagen.
1930
Studienreise nach Stockholm, im Jahr der prägenden Funktionalismus-Ausstellung.
1935
Prämiertes Musterhaus für die Zeitung Politiken, gebaut an der Ordruphøjvej in Charlottenlund.
1938
Der Little Petra entsteht bei A.J. Iversen und wird beim Kopenhagener Tischlerlaug gezeigt.
1952
Grøndalslundkirken in Rødovre, mit offenen Loggien und freistehendem Glockenstapel.
1985
Gestorben am 26. Oktober.
2018
&Tradition legt den Little Petra neu auf.
2022
Ein Paar Originalsessel erzielt bei Bruun Rasmussen 825.000 Kronen.
&Tradition Little Petra VB1 Sessel mit Textilbezug Karakorum auf weiß geölter Eiche, Design von Viggo Boesen

Little Petra VB1 Sessel

Der Sessel, der achtzig Jahre wartete

Geschwungene Schale, Schaffell, sichtbares Holz. &Tradition fertigt den Little Petra seit 2018 nach dem Original von 1938. Wie sich der Preis entwickelt hat, zeigt unsere Preishistorie.

Häufige Fragen zu: Viggo Boesen

&Tradition aus Kopenhagen, seit dem Relaunch 2018 und nach dem Original von 1938. Die ursprüngliche Fertigung lag bei der Tischlerei A.J. Iversen.

Halb. Belegt ist, dass die Mutter seiner Frau Petra hieß. Geheiratet hat er allerdings erst 1941, drei Jahre nach dem Entwurf. Sie war zum Zeitpunkt der Namensgebung also noch nicht seine Schwiegermutter. Eine zeitgenössische Quelle für die Geschichte gibt es nicht.

Funkis ist der skandinavische Ausdruck für Funktionalismus. Der Begriff entstand im Umfeld der Stockholmer Ausstellung von 1930. Boesen gehörte zu den Architekten, die diese Haltung in Dänemark bekannt machten.

Der VB1 ist das Original von 1938. Der VB3 ist eine größere Version, die &Tradition auf dieser Grundlage entwickelt hat. Historisch gibt es also nur den Little Petra.

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