Akkuleuchten als Designklassiker: Panthella 160, Flowerpot VP9 oder Kizu

Drei tragbare Leuchten, die Bestand haben werden. Zwei gehen auf Verner Panton zurück, die dritte ist neu, aber nach denselben Regeln gebaut. Hier steht, welche wohin passt.

Was eine gute Akkuleuchte ausmacht

Eine tragbare Leuchte lebt von drei Dingen: der Lichtqualität, der Laufzeit und der Frage, wohin sie überhaupt darf. Genau daran haben wir Panthella 160 Portable, Flowerpot VP9 und Kizu gemessen. Zwei der drei gehen auf Verner Panton zurück und werden von den Originalherstellern Louis Poulsen und &Tradition gefertigt, die dritte zeigt, wie ein junger Entwurf dieselbe Haltung übersetzt.

Louis Poulsen Panthella 160 Portable v3 Akku Tischleuchte

Louis Poulsen Panthella 160 Portable v3

Die hellste der drei und die einzige zum Lesen

150 Lumen bei einer Farbwiedergabe von Ra 90: ausreichend Licht zum Lesen, ohne Farben zu verfälschen. Der trompetenförmige Fuß und der halbrunde Schirm stammen aus Pantons Entwurf von 1971, die tragbare Fassung ist neu. Nach IP44 geschützt, darf sie auch auf Balkon und Terrasse. Ein Netzadapter liegt nicht bei, Louis Poulsen empfiehlt 5 Volt Ausgangsspannung.

Warum tragbare Leuchten mehr sind als ein Trend

Licht war jahrhundertelang beweglich, erst die Elektrifizierung hat es an die Wand genagelt. Die Rückkehr der tragbaren Leuchte ist deshalb weniger ein Trend als eine Korrektur. Eine Leuchte, die man täglich in die Hand nimmt, ist kein Dekoobjekt, sondern Werkzeug. Und Werkzeugen merkt man an, ob sie ordentlich gebaut sind.

&Tradition Flowerpot VP9 Portable Akku Tischleuchte

&Tradition Flowerpot VP9 Portable

Der Panton Entwurf von 1968 als Akkuleuchte

Zwei Halbkugeln, die eine hängt in der anderen: bis heute die klarste Geste der drei. Mit 104 Lumen bewusst die dunkelste, denn der eingehängte Schirm lenkt das Licht nach unten und blendet aus keinem Winkel. Eine Stimmungsleuchte für den Esstisch, keine Leseleuchte. IP44, also auch für draußen. Preislich durchgehend die günstigste im Vergleich.

Der wichtigste Unterschied: IP44 oder IP20

Panthella und Flowerpot sind nach IP44 geschützt. Spritzwasser aus jeder Richtung macht ihnen nichts, ein Regenschauer auf dem Balkontisch kostet die Leuchte nichts. Die Kizu ist IP20 und laut Hersteller ausdrücklich nur für den Innenbereich freigegeben. Der Marmorfuß ist unempfindlich, die Elektronik darunter nicht.

Koray Önal

Head of UX-Design, KDM

Koray Önal Porträtfoto Gründer von KDM Klassische Design Möbel

Zwei Buchstaben und zwei Ziffern entscheiden mehr als alles andere

Bei einer Leuchte, deren Sinn darin besteht, dass man sie überallhin mitnimmt, entscheidet die Schutzart darüber, wohin genau. Wer für Balkon oder Terrasse kauft, wählt Panthella oder Flowerpot. Wer ohnehin drinnen bleibt, kann diesen Punkt vollständig ignorieren.

Welche Akkuleuchte passt zu wem

Zum Lesen die Panthella, denn 150 Lumen bei Ra 90 erreichen die anderen beiden nicht. Für den Esstisch die Flowerpot, ihre Höhe bringt das Licht auf die richtige Ebene und der schmale Fuß nimmt kaum Platz. Als Nachttischleuchte die Kizu mit der längsten Laufzeit und dem ruhigsten Auftritt. Als Geschenk die Flowerpot: bekanntester Entwurf, niedrigster Preis, größte Farbauswahl. Und wenn nur eine gekauft wird, die Panthella, denn sie kann als einzige alles drei.

New Works Kizu Portable mit Marmorfuß und mattierter Glaskuppel, freigestellt

New Works Kizu Portable

Massiver Marmor, längste Laufzeit, nur für innen

Ein Entwurf von 2021, kein Klassiker, und trotzdem gehört sie hierher. Der massive Marmorfuß macht sie mit 1,76 Kilogramm zur schwersten und standfestesten der drei, der versenkte Drehring oben dimmt in drei Stufen. Zehn bis elf Stunden Akkulaufzeit sind der Bestwert im Vergleich. Wegen Schutzart IP20 bleibt sie drinnen: Nachttisch, Regal, Esstisch.

Von Menschen, die selbst damit arbeiten

Hinter KDM stehen Heike und Koray. Die Tolomeo Tavolo steht seit 13 Jahren auf Korays Schreibtisch. Nicht weil sie günstig war, sondern weil sie jeden Tag besser wird. Genau das ist der Maßstab, nach dem wir die Leuchten auf dieser Seite ausgewählt haben.

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Was in zehn Jahren noch da ist

Ein Akku ist ein Verschleißteil, nach einigen hundert Ladezyklen verliert jede Zelle an Kapazität. Der Unterschied liegt darin, was danach passiert. Bei Louis Poulsen und &Tradition gibt es Ersatzteilstrukturen, weil beide Hersteller Leuchten führen, die seit fünfzig Jahren im Programm sind. Das ist der eigentliche Grund für den Aufpreis: Hinter dem Namen steht jemand, der in zehn Jahren noch existiert. Beide Serien sind seit ihrer Einführung nie im Preis gefallen, die Preisentwicklung dokumentieren wir auf den jeweiligen Produktseiten. Wer noch nach anderen Ideen sucht, findet vierzehn weitere Klassiker in unserer Übersicht zum Verschenken.

Häufige Fragen zu Akkuleuchten

Nein, auch IP44 bedeutet nur Schutz gegen Spritzwasser, nicht gegen dauerhafte Witterung. Panthella und Flowerpot vertragen einen Regenschauer, sollten aber nicht permanent im Freien bleiben. Die Kizu ist mit IP20 ausschließlich für den Innenbereich freigegeben.

Die Laufzeiten liegen zwischen 8,5 und 11 Stunden pro Ladung. Über die Lebensdauer der Zelle machen die Hersteller keine Angaben, üblich sind mehrere hundert Ladezyklen. Ein Netzteil mit moderater Ausgangsleistung schont den Akku spürbar.

Die Panthella ist mit 150 Lumen deutlich heller und taugt zum Lesen. Die Flowerpot blendet dafür aus keinem Winkel und kostet weniger. Beide sind nach IP44 geschützt und stammen aus Entwürfen von Verner Panton, gefertigt von den Originalherstellern Louis Poulsen und &Tradition.

Für den täglichen Gebrauch ja. Ausschlaggebend sind Farbwiedergabe, blendfreie Lichtführung und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Für den seltenen Einsatz auf einer Gartenparty reicht auch ein günstiges Modell.

Ikonische Designklassiker

Auf KDM stellen wir ausgewählte Designklassiker detailliert vor, zeigen ihre Geschichte, Designer und besonderen Merkmale und helfen dir dabei, originale Möbelstücke bei ausgewählten Designshops zu entdecken.

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